Pro Igel
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Pro Igel

Hilfsbedürftige Igel


Ein Igel braucht Hilfe, wenn er
 - verletzt ist
 - sich nicht einkugelt
 - apathisches Verhalten zeigt
 - viele Zecken, Fliegen oder Maden hat

Verwaiste Säuglinge im Nest:
Die Mutter ist auch tagsüber nicht immer bei den Jungen. Deshalb bitte in Ruhe lassen und aus der Ferne beobachten. Falls die Mutter innerhalb 12 Stunden nicht zurückkehrt, bitte Igelstation anrufen.

Verwaiste Igelsäuglinge ausserhalb des Nestes:
Igelmütter lassen beim Nestwechsel manchmal ein Junges liegen und holen es später. Deshalb ca. zwei Stunden abwarten, beobachten und dann Igelstation anrufen.

Wenn die Mutter zweifelsfrei tot ist, biite Jungtiere so schnell wie möglich in die nächste Igelstation bringen.

Igel sind in der Regel tagsüber nicht unterwegs, deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Aber auch hier gilt: Nicht jeder Igel am Tag muss gleich eingesammelt werden. Zuerst beobachten, im Zweifel Rat einholen.


Hilfsbedürftige Igel gehören in die Hände von Fachleuten! Vor jedem Eingreifen sollte eine Igelstation oder unsere kostenlose 24-Stunden Notfallnummer angerufen werden.

Unsere kostenlose 24/7 Hotline für hilfsbedürftige Igel: 079 652 90 42

Postleitzahl Ort Name Telefonnummer
2000 Neuchâtel Frau Benoit 032 730 20 83
3714 Frutigen Frau Michel 033 671 22 22
4310 Rheinfelden Frau Girlich 079 652 90 42
4923 Wynau Frau Kohler 062 929 29 87
5036 Oberentfelden Frau Lenzin 079 740 26 31
6673 Maggia Herr Andina 091 733 29 22
8280 Kreuzlingen Frau Schmitz 079 789 74 46
8500 Frauenfeld Frau Montoli 079 944 65 32

 

Wir bitten generell um einen vorsichtigen Umgang mit Igeln. Auch wenn sie nicht fliehen oder beissen, sind sie doch Wildtiere und dürfen nicht unnötig gestört werden.



Sollten Sie einen Igel an einem gefährlichen Ort antreffen, auf der Strasse etwa, halten Sie solange die Gefahr fern oder den Verkehr auf, bis der der Igel verschwunden ist. Im schlimmsten Fall in Laufrichtung zur nächstgelegenen Grünfläche tragen.

Niemals einen Igel an einen entfernten Platz bringen, Igel sind äusserst reviertreu und haben in einem unbekannten Umfeld nur geringe Überlebenschancen. Völliger Bödsinn ist das Aussetzen im Wald, Igel haben nie im Wald gelebt.

Wird ein Igel im Swimming Pool , einem Schacht oder in einem Netz verheddert gefunden, bitte den Igel in einem Karton an der Wärme aufbewahren und unsere Notfallnummer anrufen. Nicht vergessen, die Gefahr zu beseitigen: Austiegshilfen montieren, Kellerschächte abdecken, keine losen Netze liegenlassen.

Dauernde Igelfütterung  ist zu unterlassen, weil  permanente Futterstellen alle möglichen Tiere anziehen (Füchse, Marder, Katzen, andere Igel) und dort Krankheiten und Parasiten verbreitet werden.



Igel sind in den meisten Kulturländern geschützt. Dies gilt auch für die Schweiz. Gemäss Art. 20, Abs. 1, des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG), Art. 20 Abs. 2 und Anh. 3 der Natur- und Heimatschutzverordnung (NHV) ist der Igel bundesrechtlich geschützt. Im Interesse der Erhaltung der biologischen Vielfalt ist eine Ausnahmebewilligung für Haltung und Pflege möglich (Art. 20 Abs. 3 NHV). Die zuständige Behörde für solche Bewilligungen wird vom Kanton bezeichnet (Art. 20 Abs. 3 NHV). Wird nun ein kranker oder verletzter Igel gefunden, wird die verantwortliche Stelle die Inpflegenahme des Tieres im allgemeinen akzeptieren. Grundsätzlich muss man sich jedoch unverzüglich mit einem Tierarzt oder einer Igelstation in Verbindung setzen.

Zu beachten ist ferner, dass Igel auch in menschlicher Obhut als Wildtiere zu behandeln sind. Zähmungsversuche sind strikte zu unterlassen, und das Wildtier Igel darf nicht länger in Obhut gehalten werden als unbedingt nötig.

Gesunde, reproduktionsfähige Igel-Populationen entstehen u.a. durch natürliche Auslese. Es soll nicht angestrebt werden, "Kümmerlinge" um jeden Preis (z.B. mit unverhältnismässig hohem medizinischen Einsatz) am Leben zu erhalten. Ziel jeder Pflege muss es sein, den Igel wieder in die Natur entlassen zu können.

Das Einsammeln von jungen Igeln im Herbst, die weder krank noch verletzt sind, ist ein Verstoss gegen das Gesetz und soll unterlassen werden. Sieht man im Spätherbst junge, gesunde Igel, die vermutlich zu wenig Gewicht für den Winterschlaf haben werden, empfiehlt sich die Einrichtung einer Futterstelle. Dadurch kann dem Igel sinnvoll geholfen werden, ohne ihm den Stress einer Gefangenschaft zuzumuten.

In den Broschüren "Richtlinien für die Pflege von hilfsbedürftigen Igeln" und "Aufzucht verwaister Igelsäuglinge" beschreiben wir, welche Igel Hilfe brauchen, und auch, wie diese Hilfe aussehen soll. Wir bitten Sie, diese Broschüre genau zu lesen und auch zu beachten!

Bevor Sie etwas unternehmen, kontaktieren Sie bitte unsere Notfallnummer: 079 652 90 42.
Dort erhalten Sie rund um die Uhr fachkundige Auskunft.

Interessierte Tierärzte finden fundierte Informationen in der Broschüre "Igel in der Tierarztpraxis"